Material
Ich bin mein eigenes Material. Ich, das heißt mein Körper, meine Gefühle, meine inneren Bilder, die Themen, die mich beschäftigen. Ich bin also mir selbst immer auf der Lauer. Ich benutze mich, meine Intuition, mein Unbewusstes, als Materialquelle und stehe anschließend vor der großen Aufgabe zu entschlüsseln, zu verstehen, zu deuten, einzuordnen, einzufangen was ich da aus dem Material geformt habe. Oder eher: Was die Kunst durch mich aus dem Material geformt hat. Dann komme ich immer wieder zu dem Punkt, an dem ich mich mächtig glaube, da ich den Werken oder ihren Zusammenhang untereinander auf die Schliche gekommen bin, oder weil ich eine Entscheidung getroffen habe, z.B. bezüglich des Mediums. Ich bin aber nie alleinig Kunstschaffende, weil zum größten Teil doch die Kunst aus mir (Material) und durch mich (Künstlerin) und mit mir sich selbst erschafft.

Themen

Durch die Verwendung meiner Person als Materialquelle entwickeln sich in meinen Arbeiten Themen des Menschseins und der menschlichen Entwicklung, ausgehend vom Persönlichen und daraus sich ergebend im Allgemeinen. Über eine Zeitspanne hinweg arbeite ich mich dann an einem Thema ab, wobei eigenständige Arbeiten zu verschiedenen Unterthemen entstehen, die jedoch aus vorigen Arbeiten und dem längeren Prozess der Beschäftigung mit dem Themenfeld erwachsen. So sind in den letzten Jahren meist mehrere Arbeiten zu den Themenfeldern menschliche Beziehungen, Identität und Irritation, Ambivalenz von Sinnlichkeit und Gewalt, Trauer, Tod und Lebenskreisläufe entstanden.

Medien

Seit meiner Kindheit gehört kreativer Ausdruck zu meinem Leben. Er hat mich begleitet, mir geholfen, mit inneren und äußeren Bewegungen umzugehen, mein Wesen und meine Persönlichkeit geformt. Die Medien, welcher ich mich bediente, wechselten dabei immer wieder: Gedichte und Lieder, Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Plastik und Bildhauerei, Tanz, Performance, Video und Installation.

 

In den letzten 1,5 Jahren habe ich mich überwiegend mit dem Medium Video, z. T. auch Performance und fließenden Übergängen dieser beiden beschäftigt. Allerdings ist mein Hauptmedium mein Körper. Meinen Leib nutze ich um Authentizität zu erzeugen und zur Materialgewinnung aus dem Unbewussten und Unkontrollierbarem meines Ichs.

Sarah Theresa Leja

* 26. September 1993

Aufgewachsen in Belm-Vehrte bei Osnabrück

 

Seit Herbst 2013 studiere ich

"Kunst im Sozialen. Kunsttherapie und Kunstpädagogik" (B.A.)

an der Hochschule für Künste im Sozialen

in Ottersberg bei Bremen

 

 

 

 

 

(Februar 2016)



Liebe Kunst!


Das geht ja nun schon eine ganze Weile so mit uns. Eigentlich so lange ich denken kann. Wir verstehen uns ja auch ganz gut, glaube ich. Aber, weißt du, du verwirrst mich manchmal. Ehrlich gesagt sogar sehr oft. Ich weiß ja, dass du viel schlauer und weiser bist als ich, deshalb lasse ich mich auch so gerne auf die Beziehung zu dir ein. Aber musst du mich wirklich so oft im Unklaren im Grunde über alles lassen? Ständig frage ich mich, wo du jetzt schon wieder hin willst. Du ziehst dein Ding durch, du treibst deine Spielchen mit mir, und ich glaube du hast deine Freude daran. 


Durch dich tue ich Dinge, die mir sonst nie im Traum eingefallen wären. Durch dich dringe ich in Bereiche vor, die mich von mir aus nicht im Geringsten interessiert hätten. Und dann förderst du Themen zu Tage, die tief in mir geschlummert haben, von dessen Existenz ich nichts gewusst hatte, bist du sie aufwühltest. Durch dich traue ich mir viel mehr zu und kann auf einmal Dinge, die ich nie für möglich gehalten hatte. Dabei geht es gar nicht um mich, sondern um dich. Wahrscheinlich bin ich genau deshalb mit dir viel mutiger, weil es nicht um mich oder ums Mutig sein geht. Wo du hin willst weiß ich nie, doch wo du hin willst muss ich einfach mit. Ich muss dir folgen und zugleich den Weg bereiten. Selbst wenn das heißt, meinen Körper, meinen Geist, mein Leben in völliger Nacktheit freizugeben.


Ich weiß wirklich nicht, wo das mit uns noch hinführen soll. Auch wenn du alles von mir nehmen solltest, alles verlangen, mehr als ich geben kann, selbst wenn ich irgendwann an dir zu Grunde gehen sollte: Ich werde dich nie aufgeben, nie loslassen, dir immer auf den Fersen sein und dich Anflehen, dir noch einmal dienen zu dürfen. Denn du bewertest mich nicht und treibst mich dennoch immer weiter voran. Du verurteilst mich nicht und holst doch ungeahnte Fähigkeiten aus mir heraus. Du erklärst dich nicht, doch du erklärst mich. Du erschaffst mich. Du bist meine Rettung.
Ohne dich stünde ich der Welt völlig ratlos, hilflos, verständnislos gegenüber. Du bist meine Brücke zur Welt. Ohne dich bin ich weltlos.  


Eine ziemlich ungleiche Beziehung führen wir da… Ich glaube eigentlich nicht, dass ich sie gerne anders hätte.  

 

Deine Dienerin

Deine Schülerin

Deine Sklavin

Deine Liebende

Deine Geliebte

Deine Künstlerin

Deine Partnerin

Dein Ausführungsorgan

Deine Brücke zum Wirken in der Welt 


Ganz und gar Dein 

 

(Juni 2015)